Naturschutz
Unsere Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas und liegen im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, zudem in der größten zusammenhängenden Ökolandbauregion Deutschlands. Deshalb setzen wir konkrete Schutzmaßnahmen um und forschen, um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten.
Unsere Landwirtschaft im Biosphärenreservat
Wir betreiben unseren Ökolandbau im Biosphärenreservat nördlich von Berlin. Wir sind stolz, uns zu der größten zusammenhängenden Ökolandbauregion Deutschlands dazuzuzählen. Damit tragen wir in der Landwirtschaft eine große Verantwortung!
Mit seinen sanften Hügeln und weiten Fluren umfasst das Biosphärenreservat 1.300 km² und zählt damit heute zu den größten (Binnen-)Schutzgebieten Deutschlands. Viele verschiedenste Insektenarten profitieren von der Vielfältigkeit der Landschaft.
Die Vielzahl an ausgewiesenen Schutzzonen zeigt die herausragende Bedeutung des Gebietes für die biologische Vielfalt. Hier leben große Bestände stark bedrohter und in Deutschland sehr seltener wildwachsender Pflanzenarten.
Als Träger des Prüfzeichen des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin erfüllen wir klare Anforderungen an Nachhaltigkeit im Einklang zu den Zielen des UNESCO-Biosphärenreservates. Dazu gehören:
ein schonender Umgang mit der Natur
faires Wirtschaften
der Erhalt natürlicher Ressourcen wie Boden, Wasser und Artenvielfalt
Pflege von Streuobstwiesen
Unsere Streuobstwiesen sind Heimat von über 100 alten Obstsorten und können bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Streuobstwiesen zählen deshalb zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind sie heute stark bedroht, dem wirken wir durch extensiven Obstbau entgegen.
Wir pflegen und erhalten unsere eigenen Streuobstwiesen auf 33 Hektar und erhalten über 100 Apfelsorten durch Nutzung. Zudem bieten wir Kurse an, um unser angesammeltes Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.
Heckenpflanzungen
Wir bringen mehr Gehölze in die Landwirtschaft um so einer großen Anzahl von Arten einen Lebensraum zu bieten. Deshalb pflanzen wir regelmässig Hecken im Biotopverbund mit unseren Streuobstwiesen.
Ob Holunder, Weißdorn, Rosengewächse oder Ebereschen, sie dienen als Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten und zudem als Windschutz für unsere Flächen sowie als Quelle für Energieholz und Wertholz, das wir im Betriebskreislauf verwenden.
Insektenschutz
Gemeinsam mit unserem Partner WWF/BROMMI setzen wir das Projekt „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin um.
Viele Insektenarten profitieren von der Aktion: Es wurden Erdanrisse geschaffen für bodenbrütende Wildbienen, Schonstreifen auf den Grünlandflächen belassen um Winterquartiere für Insekten zur Verfügung zu stellen, Totholzhaufen aufgeschichtet und Steinhaufen angelegt.
In unseren Ackerkulturen haben wir Blühstreifen integriert.
Flächensicherung
Durch das Anlegen von neuen Streuobstwiesen sichern wir Flächen als kulturellen Erfahrungsraum für den Menschen, und als ökologisch wertvollen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Denn seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehen die Streuobstbestände in ganz Europa zurück. Wir wirken dem nach dem Motto „Erhalt durch Nutzung“ entgegen.
Einige Streuobstwiesen wurden in Kooperation mit der Flächenagentur Brandenburg GmbH angelegt.
Pflege von Kopfweiden
Wir kümmern uns um den Erhalt und die Pflege von Kopfweiden auf unseren Flächen. Diese sind ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Diese sind ein wertvoller Lebensraum auf unseren Flächen.
Alte, dickstämmige Weiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzenarten. Sie sind Heimat von weit über 100 Käferarten, auch höhlenbrütende Vogelarten, wie den Steinkauz oder Gartenrotschwanz sowie Säugetiere von Iltis, Steinmarder bis Siebenschläfer.
Der langfristige Erhalt von Kopfweiden ist sehr wichtig, da die Besiedlung dieser über sehr lange Zeiträume stattfindet
Wissenschaft und Forschung
Monitoring von alten Obstsorten im Klimawandel
Des Weiteren arbeiten wir regelmäßig mit der HNE Eberswalde zusammen z.B. bei der Entwicklung einer Datenbank für ein Monitoring alter Obstsorten oder zum Thema Bodenaufbau unter Dauerkulturen.
2025 betreuten wir eine Bachelorarbeit zum Thema „Welche Apfelsorten sind für trockenwarme Standorte geeignet“ von der Hochschule Kassel in Zusammenarbeit mit dem Pomologenverein und dem Kompetenzzentrum Bodensee (KOB), wozu unsere Bäume kartiert wurden. Außerdem wurde auf Grund unserer Daten eine Bachelorarbeit der HNE Eberswalde zum Thema „schwarzer Rindenbrand in Streuobstbeständen“ geschrieben.
Kooperationen