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Obstbau

Auf unseren Streuobstwiesen wachsen über 100 alte Sorten Äpfel, Birnen und Pflaumen. Wir erhalten, bewirtschaften und pflegen über 4000 Bäume auf 33 Hektar Streuobstwiesen, welche zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas gehören. 

 

 


 

Unser Ziel ist es nachhaltige, klimafreundliche, landwirtschaftliche Systeme zu entwickeln, die auch als Lebensraum ihren Beitrag zu einer biodiversen Landschaft beitragen. 
Ein wichtiger Bestandteil davon sind klassische Streuobstwiesen, aber auch Obstäcker, Hecken und Nussanlagen. 
Wichtige Kernthemen sind dabei die Bewirtschaftung von gehölzbasierten Systemen und der Humusaufbau. Aber was bedeutet das nun konkret?

 


 
 
1. Obstkultur auf Hochstämmen als Streuobstwiese oder Obstacker

Unser Ziel ist es Bäume zu pflanzen und Systeme zu entwickeln, die langfristig nutzbar sind und ökologisch wertvolle Lebensräume bieten.
Die Obstkultur auf Hochstämmen bietet dafür mehrere Vorteile:
 
  • die Bäume haben das Potential sich tiefere Wasserschichten zu erschließen und können ohne eine zusätzliche ständige Bewässerung in der Landschaft klar kommen
  • über die lange Lebensspanne (bis zu 100 Jahren) und die Strukturierung der Flächen bieten sie vielen anderen Lebewesen einen Lebensraum
  • Wissen um die Obstkultur kann hier lebendig gehalten werden
    durch die Nutzung kann ein immer seltener werdender Lebensraum erhalten werden

2. Klimaschutz
  • die Bäume speichern CO2 und beschatten den Boden, sie sorgen für Windbruch und insgesamt für eine Kühlung der Flächen
  • unter den Bäumen kann durch verschiedene Maßnahmen der Humusaufbau gefördert werden, welches zu einem zusätzlichen CO2-Speicher und zu einer besseren Wasserhaltefähigkeit der Böden führt
  • der Boden wird vor Erosion geschützt

 
3. Sortenerhalt

Mittlerweile haben wir über 100 großteils alte Sorten im Anbau. Diese Sorte können nur durch die Veredelung für die nächsten Generationen erhalten werden. Über das Sortenerhalternetzwerk vom Pomologenverein sind wir berechtigt Reiser an Interessierte abzugeben.

Der Erhalt durch Nutzung ist des Weiteren sinnvoll um Erkenntnisse darüber zu erlangen, welche Sorten mit den sich wandelnden Klimaverhältnissen zurechtkommen.

4. Regionale Versorgung mit guten Lebensmitteln

Es ist uns wichtig gesunde und möglichst natürliche Lebensmittel zu produzieren, das bedeutet in unserem Fall:
 
  • dass das Obst 100% ungespritzt ist
  • dass wir standortangepasste Gemüse anbauen
  • dass die Weiterverarbeitung zu Säften, Essig usw. möglichst schonend erfolgt und mit möglichst wenig Zusatzstoffen
  • dass wir die Zutaten entweder selbst anbauen oder regional zukaufen
 

5. Stärkung der lokalen Infrastruktur
 
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Unterstützung von lokalen Strukturen, wie kleinen Läden und Gastronomie und Märkten
    Lohnmosterei
  • Bildungsangebote, wie z.B. Schnittkurse, Veranstaltungen, wie das Mostereifest, Apfelsortennachmittag, Sortenbestimmung
 


 
6. Generationenvertrag: Dauerkulturen für die nächsten Generationen
 
Mit den Dauerkulturen legen wir Flächen an, die auch für kommende Generationen gute Lebensmittel produzieren und Biodiversität schützen.
 
Apfelbaum